UP-VHS

Verband der Schweizerischen Volkshochschulen
Association des Universités Populaires Suisses

Associazione delle Università Popolari Svizzere
Associaziun da las Universitads Popularas Svizras

Zahlen und Fakten

 
Was bisher geschah

  • Verschiedene vom Bund in Auftrag gegebene Studien weisen auf die Problematik fehlender Grundkompetenzen hin: IALS-Auswertungen (BFS, 1994, 1998), Trendbericht Illettrismus – Wenn Lesen ein Problem ist (SKBF im Auftrag des BAK, 2002), Bericht Digitale Spaltung in der Schweiz (BBT, 2004), Berichte der Koordinationsgruppe Informationsgesellschaft zu Handen des Bundesrates (1999 – 2006) und zuletzt die Adult Literacy and Lifeskills (ALL) – Auswertungen (BFS, 2005)
  • Zwei Berichte der Schweizerischen UNESCO-Kommission fordern Massnahmen, welche die Erhöhung des Niveaus der Grundkompetenzen von Erwachsenen in der Schweiz zum Ziel haben: «Erwachsenenbildung in der Schweiz – Bestandesaufnahme 2004 und neue Empfehlungen» (2005),  „Zugang zum Lesen und Schreiben für alle! (2005)
  • Die EDK empfiehlt den Kantonen in einem Positionspapier zur Weiterbildung aus dem Jahr 2003, Massnahmen zur Förderung der Grundkompetenzen von Erwachsenen zu ergreifen.
  • Verschiedene Motionen und Postulate im Parlament hatten in den letzten Jahren die verstärkte Förderung von Grundkompetenzen zum Ziel. Zuletzt wurde im 2007 die Motion «Kampf gegen Illettrismus» in beiden Räten verabschiedet. Bis zur Inkraftsetzung des Weiterbildungsgesetzes können entsprechende Massnahmen und Projekte über das Berufsbildungsgesetz (BBG) Artikel 55 unterstützt werden.

Ausblick
Es ist davon auszugehen, dass ein neues Weiterbildungsgesetz Bestimmungen zur Förderung von Grundkompetenzen enthält.

  • Mit der Unterstützung mehrerer Bundesämter (BBT, BAK, SECO, BFM, SBF) werden in den nächsten drei Jahren Pilotprojekte durchgeführt, welche zum Ziel haben, Erfahrungen in Bezug auf die Förderung von Grundkompetenzen zu sammeln und aufzubereiten.

Illettrismus

Lesen und Schreiben ist in der Schweiz keine Selbstverständlichkeit



Gemäss Auswertungen der ALL-Studie verfügen 16 Prozent der SchweizerInnen über nur ungenügende Lesekompetenzen. Sie können zwar einen Text entziffern, verstehen aber dessen Inhalt nicht. In der Schweiz bezeichnet man dieses Phänomen als Illettrismus. 



Üblicherweise wird der Begriff Illettrismus in der Schweiz wie folgt definiert:



"Illettrismus ist ein gesellschaftliches Phänomen, das die Tatsache beschreibt, dass Erwachsene, welche die Sprache ihres Landes oder ihrer Region sprechen und die obligatorische Schulzeit absolviert haben, die Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen nur ungenügend beherrschen."



Illettrismus wird synonym zum Begriff "funktionaler Analphabetismus" verwendet und ist entsprechend gleichbedeutend mit "Analphabetismus": Letzteres betrifft Menschen, die nie zur Schule gegangen sind und deshalb gar nie die Möglichkeit gehabt haben, unser Schriftsystem zu lernen.