Der VSV und der Illetrismus

Ausgangslage

Im Dezember 2013 hat der Vorstand VSV eine Rahmenvereinbarung mit dem Vorstand des Vereins Lesen und Schreiben Deutschschweiz (L+S) abgeschlossen. Danach spannen VSV und L+S die Kräfte zusammen, um gemeinsam in der Deutschschweiz Sensibilisierungsveranstaltungen durchzuführen und Bildungsangebote zu machen. Das BAK, das sowohl den VSV, als auch L+S subventioniert, hat von der Vereinbarung Kenntnis genommen.

Erster Informationsanlass

Im Auftrag des VSV hat die Volkshochschule beider Basel (VHS BB) mit L+S am 30. Juni 2014 in Basel einen Informationsanlass durchgeführt. Eingeladen waren VHS, die an der Mitgliederversammlung VSV Interesse am Thema geäussert hatten. Beteiligt waren 7 Vertreter/innen der VHS Aargau, Dietikon, Glarus, und Luzern, entschuldigt Biel-Lyss und Stein am Rhein. Ursprünglich recht skeptisch, zeigten sich die Teilnehmenden nach der Information und dem Besuch des Lernzentrums der VHS BB überzeugt und teilweise bereit, selber etwas zu unternehmen.

Beschluss des Vorstands VSV vom 9. Juli 2014

Der Vorstand VSV hat an seiner Sitzung vom 9. Juli 2014 folgendes beschlossen:

  • Der VSV will sich mit der Subvention des BAK 2014 und 2015 in der Deutschschweiz am Kampf gegen den Illettrismus beteiligen und entsprechende Initiativen der einzelnen VHS (Sensibilisierungsanlässe und Bildungsangebote) belohnen.
    Die Unterstützung erfolgt ohne Präjudiz. Das heisst: Keine VHS kann aus erfolgter Unterstützung Ansprüche auf weitere Unterstützung ableiten.
    Die Möglichkeit und die Modalitäten der Unterstützung werden auf der Website VSV ausgeschrieben. Sie lauten:
    Der VSV übernimmt vollumfänglich die direkten (externen) Kosten eines Projekts, also für Kursleitung, Raummiete, Drucksachen, Werbung, Spesen und dergleichen. Pro VHS gilt dafür ein Kostendach von CHF 5‘000 pro Jahr. Der VSV behält sich eine Relativierung der externen Kosten vor.
    Der VSV entrichtet an den Aufwand für Planung und Organisation des Projekts eine Pauschale von CHF 1‘000, unabhängig von der Dimension des Projekts.
    Die Unterstützung erfolgt mit der Auflage, dass mindestens 4 Personen teilnehmen und die Kosten, die Teilnehmende selber tragen müssen, pro Lektion CHF 5 nicht übersteigen.
    Die unterstützte VHS berichtet dem VSV kurz über die Durchführung des Projekts und dessen Ergebnis.

Gesuche um Unterstützung sind zu richten an: christoph.reichenau@bluemail.ch.
Zuständig für die Behandlung der Gesuche ist der Präsident VSV; er kann zur Beurteilung Nicolas Füzesi von der VHS BB und die Geschäftsführerin von L+S beiziehen.

Die VHS BB ist innerhalb des VSV Kompetenzzentrum für den Kampf gegen den Illettrismus. Der VSV schliesst mit der VHS BB eine Vereinbarung zur Umschreibung und Abgeltung ihrer Leistungen zu Gunsten des Verbands.

Eine Frage der Kultur

Aufgrund des Bundesgesetzes über die Kulturförderung vergibt das Bundesamt für Kultur (BAK) Subventionen mit dem Ziel, den Illettrismus zu bekämpfen. Dem BAK stehen jährlich CHF 1‘000‘000 zur Verfügung. Das Geld wird eingesetzt für:

  • die Vernetzung der nationalen Akteure und den Know-how-Transfer im Inland und mit dem Ausland;
  • die Sensibilisierung, insbesondere der Vermittlerinnen und Vermittler und der vom Illettrismus Betroffenen, für die Problematik des Illettrismus;
  • die Sicherstellung der Qualität des Angebots durch Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildung von Kursleiterinnen und Kursleitern.

Das BAK hat mit dem VSV eine Leistungsvereinbarung für die Jahre 2012-2015 abgeschlossen. Danach erhält der VSV bis Ende 2016 jährlich CHF 100‘000 für seine Aktivitäten gegen den Illettrismus. Anschliessend muss die Finanzierung aufgrund des Weiterbildungsgesetzes mit dem SBFI neu geregelt werden.